Dogdance - Begriffe
Belohnung
Die Frage nach Belohungmöglichkeiten im Training stellt sich
immer wieder und muss individuell beantwortet werden, abhängig von
Erregungslevel, Motivation und Lerninhalt. Beispiel: Trockenfutter,
halbtrockenes Futter, Nassfutter, Fleisch, geschreddertes Gemüse,
Leberwurst, selbstgebackene Kekse, extra große Kekse, Kong
(gefüllt oder als Spieli), Tube, Spielzeug zum Werfen oder zum
Zergeln, Futterbeutel, Quietschspieli, Fleischwurst, Käse und,
und, und. Beim Tricktraining ist die Belohungsrate besonders zu Anfang
sehr hoch, daher sollte das Belohnungssystem an das
Ernährunskonzept des Hundes angepasst sein.
Siehe auch ->externe Belohnung!
"Chaining"/ Verhaltensketten bilden
Der Hund lernt nicht nur einzelne Übungen auf ein Signal hin zu zeigen, sondern mehrere Übungen zu einer Kette zu formen. Diese Kette wird dann lediglich mit einem Sicht- oder Wortkommando abgefragt. Besonders für die fortgeschrittenen Dogdancer und ihr Choreotraining sehr spannend.
Clickertraining
Eine Ausbildungsmethode, die auf dem Prinzip der positiven Verstärkung beruht. Der Clicker ähnelt einem Knackfrosch und wird betätigt, wenn der Hund etwas richtig gemacht hat. So kann der Hund punktgenau bestätigt werden und sein Kopf ist nicht von Leckerlies vor der Nase blockiert. DIE Trainingsmethode der Zukunft, ob für den Hundesport oder auch für Verhaltensmodifikation, bzw, Prävention.
Clickposition = Fütterposition:
Damit der Hund sowohl die Glückshormone für den Click, als auch diejenigen während des Keksessens in der Position erhält, in der er gut war, gilt fast immer obige Regel. In einigen Fällen versucht man aber gegenteilig zu füttern um den Trick zu perfektionieren (Beispiel verbeugen bei Hunden, die Gefahr laufen, sich hinzulegen, im Stehen füttern, oder rückwärts gehen hinterm Hund Bestätigen etc.)
Dogdancing/ Dog-Dancing/ (Canine) Musical Freestyle
Alles andere Namen für Dogdance. Die Abkürzung DD setzt sich immer mehr durch. Mir gefällt der Begriff Dogdance am besten, da sich mir die Übersetzung Hundetanz am logischsten erschließt.
Externe Belohnung
Belohnung, die nicht am Mann/ an der Frau getragen wird, sondern zum Beispiel am Rand steht, Kann entweder genutzt werden, um Tricks zu verbessern (Distanzarbeit, Ausrichtig etc.) oder aber auch für das Choreotraining, besonders für offizielle Starts. Nicht automatisch gleichzusetzen mit dem -> Jackpot, der Jackpot kann auch am Mann/ an der Frau getragen werden, und eine externe Belohnung kann nur ein einfacher Keks sein!
Freies Formen/ Free-Shaping
Der Hund erarbeitet sich eine Übung komplett alleine, der Mensch gibt ähnlich dem Heiß-Kalt-Spiel Hinweise, ob der Hund auf dem richtigen Weg ist, oder nicht. Die ganze Übung wird in viele kleine Schritte zerlegt, so dass der Hund immer wieder schnell zum Erfolg kommt. Echte Kopfarbeit für die Hunde! Daraus entwickelt haben sich unter anderem die Clicker-Challenges, bei denen um die Wette "geformt" wird :-)
Fußarbeit
Im Dogdance ein wichtiges Element, um zum Beispiel im Ring "Meter zu machen", oder aber um die Dynamik eines Liedes hervorzuhaben (Stichwort Geschwindigkeit, Lauftempo, Laufstil etc.). Im Dogdance gibt es allerdings nicht nur eine Fußposition links am Bein (wie z.B. beim Obedience), sondern an die 30 verschiedene. Diese in alles Richtungen Geschwindigkeiten und ohne zu deutlich Sichthilfen zu trainieren ist schon eine echte Herausforderung und mit einem Hund fast nicht schaffen. Aber auch ein kleiner Ausschnitt aus den Möglichkeiten kann zu einer tollen Variabilität führen.
Futterlocken/ Luring
Eine Trainingsmethodik, bei der dem Hund ein Leckerchen vor die Nase gehalten wird, um ihn so in bestimmte Positionen zu bringen und daraus Tricks entstehen zu lassen. Bei uns als Methode fast nicht angewandt, da die meisten Hunde entweder zu hibbelig werden oder durch die Gehirnvernebelung erst sehr spät begreifen, was sie überhaupt lernen sollen. Aber trotzdem nicht zu verdammen, denn in ganz bestimmten Situationen mit bestimmten Hunden immer wieder Zaubermethode :-) weil eben sehr motivational.
"Hände weg"/ "Hands Off"
Das Trainingssystem bei dem nicht über bestimmte Führhilfen oder körperliche Einwirkung/ Bedrängen gearbeitet wird. Der Hund wird nicht angefasst, und damit auch nicht verunsichert!
Heelwork to Music
Eine Sportart, die dem Dogdance sehr ähnlich ist, allerdings wird hier großen Wert auf die Fußarbeit (=Heelwork) gelegt. Die Richtlinien sind auch enger gefasst als beim Dogdance. HTM gibt es zum Beispiel im englischen Reglement, oder auch bei den Turnieren der WCFO, dann im Kontrast zum Freestyle. Im von mir präferierten Reglement der DDI (www.dogdance.info), gibt es diese Unterteilung nicht!
Jackpot
Eine "Superbelohnung", die immer, wenn irgendetwas ganz besonders schön war, gegeben werden kann. Entscheidend ist, dass der Jackpot für den Hund eine höhere Wertigkeit haben muss, als die normale Bestätigung. Das kann bei jedem Hund etwas anderes sein! Bewährt haben sich größere Mengen Futter aus der Hand oder auf dem Boden oder viele Clicks hintereinander (wobei ich dann trotzdem nach jedem Click ein Leckerlie gebe!), oder Nassfutter im Vergleich zu Trockenfutter etc. Ich stelle den Jackpot auch unter Wortsignal, um noch bessere Erfolge zu erzielen!
Kong (und Tube)
Ein ovaler ballähnlicher Gegenstand, den man auf ganz unterschiedliche Weise mit Futter befüllen kann. Manchmal mit Border-Blag zu Hause die einzige Entspannungsmöglichkeit :-)) Die Hunde lieben das Ausnuckeln und sind zumindest kurzzeitig supergut beschäftigt. Die Tube ist mit etlichen halbfesten Dingen befüllbar und besonders für unterwegs eine gute Belohnungsmöglichkeit!
Kür/ Choreographie
Beim Dogdance ist das Endziel das Erstellen einer Choreographie zu einem Musikstück, das heißt man plant, wann man genau welches Kunststück oder welche Tanzeinlage ausführt. Die Vollendung nennt man dann Kür (wie im Pferdesport).
Leckerlierezept
Hackfleischbrot: 500g Hack, 500g Mehl, 5 Eier, 5 EL Öl, alles miteinander zu einem Brotteig vermengen, in eine Kastenform füllen, ca. 50 Minuten bei 170 Grad backen, rausnehmen und in Scheiben schneiden. Was man benötigt, kann man sehr klein schneiden oder brechen, den Rest einfrieren für später. Schmeckt gut, man weiß was drin ist, und es ist schnell verschluckt :-)
Motivation
Eine Grundvorraussetzung im Dogdance-Training! Der Hund muss erst arbeiten wollen, bevor wir wirklich arbeiten können, das heißt, seine Motivation muss sehr hoch sein. Es gibt verschiedene Techniken, die Motivation des Hundes zu erhöhen, zum Beispiel mit Futter oder mit einem Beuteobjekt. Man erkennt eine hohe Motivation des Hundes an dem "Ich-will-etwas-lernen-Blick" :-)
Obedience
Eine andere Sportart als Dogdance, in der der Ursprung des Dogdance liegt. Gehorsamsübungen, wie das Sitz, Platz und Steh in allen Variationen, Vorrausschicken, Apportieren und Springen, gehören ebenso dazu, wie eine saubere, enge, motivierte, freudige Fußarbeit. Das Rally-Obedience ist eine Abwandlung, bei der ein Parcours aus Gehorsamsstationen bewältigt werden soll, Die einzelnen Stationen lehnen sich ans Obedience an, aber man kann natürlich auch selbst kreativ sein :-)
Shaping (=Formen)
Ähnlich dem -> freien Formen, jedoch mit bestimmten Arten von Hilfestellungen, zum Beispiel einem Leckerlie, oder dem Schaffen einer Ausgangsposition, also nicht ganz frei. Aber auch hier geht es darum ein Verhalten zu formen, indem man die Übung in kleinen Schritten zusammensetzt.
Signale
Die Übungen im Dogdance werden untere Signalkontrolle gestellt: Signale können Sicht- oder Hörsignale sein, entscheidend bei der Auswahl ist, dass ihr eure Signale möglichst unauffällig in den Tanz einbauen könnt. Unauffällig bedeutet, dass man sie nicht als reine Signale definieren kann, sondern zumindest als passende "Tanz"bewegung zuordnen kann.
"Targeting"
Eine Variante des Trainings, bei der man den Hund ohne ihn zum
Beispiel mit Futter oder einem Ball zu locken zu einem Zielpunkt (=engl.
Target) laufen lässt. Viele führen über den
so genannten
Targetstick (=Zeigestab), oder benutzen ihre Hand als
Target
(Handtarget). Hierbei soll der Hund den Gegenstand mit der Schnauze
berühren. Andere Targets kann der Hund mit der Pfote, mit der Schulter (Stichwort Fußarbeit) oder
mit dem Hinterteil oder mit anderen Körperteilen berühren; je nachdem, was man gerade
benötigt.
Timing
Das richtige Timing der Belohnung, bzw. des Clicks, entscheidet über Erfolg oder Misserfolg im Training. Bin ich zu früh, komme ich auf Dauer nicht weiter, clicke ich zu spät, zeigt der Hund eventuell schon etwas anderes, und ich habe das falsche Verhalten bestätigt.
Trickdogging
Auch eine andere Sportart als Dogdance, jedoch mit ähnlichen Komponenten. Trickdogging ist für mich eine Mischung aus Dogdance-Tricks, service dog Übungen und Filmhundetraining. Also für jeden was dabei ;-)
Weg der kleinen Schritte
Man stelle sich vor eine einzelne Dogdanceübung sei in einem Daumenkino dargestellt. Jedes einzelne Blatt könnte ein Trainingsschritt sein, der stetig wiederholt werden muss. So kleinschrittig kann Training sein, damit die Erfolgsquote für den Hund immer hoch ist und die Motivation gut bleibt!